Auf den Schultern von Riesen – und dann? Wie Organisationen lernen, die Regeln ihres Lernens zu erkennen und zu verändern
Ziele
Die Teilnehmenden …
- erleben, wie plausible Lösungen durch implizite Erfolgsregeln hervorgebracht werden,
- würdigen deren bisherige Funktion und erkennen mögliche Begrenzungen,
- erproben, wie sich bewährte Konstruktionsprinzipien erweitern lassen, ohne ihre Leistung zu entwerten,
- reflektieren den Unterschied zwischen Lernen innerhalb eines Rahmens und Lernen über diesen Rahmen.
Konzept
Organisationale Routinen, Strukturen und Entscheidungslogiken sind verdichtete Lerngeschichten. Sie haben Qualität gesichert, Risiken bearbeitbar gemacht und Erfolg ermöglicht. Verändern sich die Bedingungen, können dieselben Erfolgsregeln jedoch Wahrnehmung und Innovation begrenzen.
Der Workshop macht diese Dynamik erfahrbar. Die Teilnehmenden bearbeiten zunächst eine organisationale Herausforderung und entwickeln in Einzelarbeit und Tandems eine plausible Lösung. Anschließend beobachten sie nicht nur ihre Antwort, sondern auch deren Herstellungsbedingungen: Welche Annahmen, Werte und Regeln haben ihr Denken geleitet? Was hat diese Logik bisher ermöglicht und geschützt?
In einem zweiten Durchgang wird eine zentrale Erfolgsregel verflüssigt. Ihre Funktion bleibt erhalten, ihre bisherige Form wird jedoch als eine Möglichkeit unter mehreren betrachtet. Die Teilnehmenden erproben, welche neuen Lösungen dadurch sichtbar werden, vergleichen beide Denkbewegungen und übertragen die Erfahrung auf eine eigene organisationale oder professionelle Erfolgslogik.
Die abschließende theoretische Einordnung knüpft an Batesons Ebenen des Lernens sowie an die Kybernetik zweiter Ordnung an. Entwicklung bedeutet dabei, die Herstellungslogik des eigenen Wahrnehmens, Bewertens und Handelns sichtbar zu machen, ihre Funktion zu verstehen und dadurch freier entscheiden zu können, ob sie beibehalten, verändert oder erweitert werden soll.