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Die verborgenen Systemlogiken von Organisationen

Organisationen werden in der systemischen Beratung vor allem als soziale Systeme verstanden. Der Workshop schlägt eine Erweiterung dieser Perspektive vor: Organisationen bestehen aus unterschiedlichen Wirklichkeitsdimensionen, die jeweils eigenen Systemlogiken folgen. Die kulturelle Dimension folgt anderen Gesetzmäßigkeiten als das soziale Feld. Arbeits- und Wertschöpfungsprozesse besitzen wiederum andere Systemdynamiken, und auch die materiell-physische Dimension prägt Organisationen auf ihre eigene Weise. Systematische Organisationsberatung braucht deshalb die Fähigkeit, die unterschiedlichen Qualitäten dieser Systemdimensionen vertieft zu erkennen, sie voneinander zu unterscheiden und die Systemdynamik ihres Zusammenwirkens zu verstehen.

Vertieftes Verstehen dieser unterschiedlichen Dimensionen in einer Organisation geschieht nicht nur durch theoretische Analyse, sondern auch durch das „Lesen“ der Resonanz im eigenen körperlichen, emotionalen und geistigen Erleben. Denn der Mensch trägt die verschiedenen Dimensionen organisationaler Wirklichkeit in sich. Sein Geist bildet den Resonanzraum für kulturelle Prozesse, seine sozial-emotionale Erfahrungswelt eröffnet den Zugang zu Beziehungen, Macht, Vertrauen und Konflikten, seine leiblich-prozessualen Erfahrungen ermöglichen das Verstehen von Arbeitsabläufen, zeitlichen Rhythmen und organisationalen Bewegungen. Und sein Körper ist der Resonanzraum für die physisch-materielle Dimension von Organisationen. Für die Entwicklung der Awareness für diese Resonanzen und für das systemische Zusammenwirken ist allerdings eine geübte Form der Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis notwendig.

In Organisationsentwicklungsprozessen geht es allerdings nicht darum, diese Systemlogiken und ihr Zusammenwirken allein für sich zu erkennen. Systemische Organisationsberatung gestaltet mit künstlerischen, aktionsorientierten und kontemplativen Methoden Gruppenprozesse, in denen die Menschen für die unterschiedlichen Systemlogiken ihrer Organisation wach werden. Sie lernen, kulturelle Kräfte, soziale Dynamiken, Prozessdynamiken und physisch-materielle Gegebenheiten bewusst zu unterscheiden, die Systemdynamik ihres Zusammenwirkens zu verstehen und daraus neue Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Organisation zu entwickeln. Je differenzierter die Menschen ihre Organisationswirklichkeit verstehen, desto differenzierter können sie an der Zukunftsentwicklung ihrer Organisation arbeiten.

Im Workshop stehen konkrete Organisationssituationen im Mittelpunkt. Kurze theoretische Impulse werden mit Awarenessübungen zur differenzierten Resonanzerfahrung, Reflexion und gemeinsamer Analyse verbunden. Ein ganzheitliches Systemmodell der Organisation dient als Orientierung. Im Vordergrund steht allerdings nicht die theoretische Analyse, sondern die Entwicklung von erweiterten Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeiten für die unterschiedlichen Systemdynamiken in Organisationen. Daraus entstehen dann kreative Impulse für das Handeln.

Lernziele

Die Teilnehmenden

  • unterscheiden kulturelle, soziale, prozessuale und materielle Systemlogiken organisationaler Wirklichkeit,

  • erfahren Kulturkompetenz, Sozialkompetenz und Prozesskompetenz als unterschiedliche Erkenntnisfähigkeiten,

  • lernen, Beratungsprozesse zu gestalten, in denen Organisationen ihre eigenen Systemlogiken erkennen,

  • gewinnen Impulse für eine differenziertere Organisationsdiagnostik, Veränderungsbegleitung und Transformation.