Worldwork – Arbeit mit kollektiven Spannungsfeldern in Teams und Organisationen
Bei Transformationsprozessen in Teams und Organisationen wirken neben persönlichen Interessen, Gruppendynamik und systembedingten Funktionslogiken auch tiefere Polaritäten gesellschaftlicher Themen (Nachhaltigkeit vs. kurzfristiger Gewinn), Machtdynamiken (Partizipation vs Hierarchie), verdeckter Loyalitäten (mein ‚Club‘ gegen deinen) oder Marginalisierungen. Genau hier setzt Worldwork an – ein prozessorientierter Facilitationsansatz, den der Physiker und Jung'sche Therapeut Arnold Mindell entwickelt hat.
Die zentralen Annahmen:
- Individuum und Kollektiv sind nicht zu trennen. In Personen, Teams und Organisationen manifestieren sich Dynamiken eines größeren Umfeldes, das sich in den Subsysteme konflikthaft auswirken kann aber auch substanzielle Lösungspotentiale birgt.
- Wirksame Veränderung braucht ‚Tiefe Demokratie‘: Für eine konstruktive Transformation sind alle relevanten inneren und äußeren Stakeholder zu berücksichtigen, auch wenn sie nicht direkt im Prozess anwesend sind oder das soziale System nicht nach formal demokratischen Regeln funktioniert.
Lernziele und Erfahrungsfeld
Worldwork schafft einen Raum, in dem kollektive Spannungsfelder sichtbar und bearbeitbar werden. Statt Konflikte zu harmonisieren erkundet der Ansatz die prototypischen Rollen und nutzt ihre hintergründigen, oft paradoxen Dynamiken für den Entwicklungsprozess. Dabei öffnen sich nicht nur Möglichkeitsräume für das konkrete Auftragssystem, sondern es werden Hypothesen und Erkenntnisse im Umgang mit dem größeren Systemumfeld deutlich, die sich im Transformationsprozess als hilfreich erweisen.
Vorgehen
Methodisch verbindet Worldwork Zugänge zu inneren Prozessen – Körperarbeit, Embodiment, Imagination, innere Anteile – mit einer szenischen Arbeit mit Rollen und repräsentierender Wahrnehmung in einem dynamisch facilitierten Setting.
Worldwork ergänzt das systemische Repertoire um eine konsequent verkörperte, machtsensible Dimension, ein differenziertes Rollenverständnis und einem Prozessverständnis, das die emergenten, kreativen Potentiale von Konflikten utilisiert.
Wir stellen den konzeptuellen Hintergrund dar und gehen dann ins Erleben: Gemeinsam erkunden und bearbeiten wir ein konkretes Spannungsfeld aus der Gruppe. Die praktische Erfahrung steht im Zentrum.