Symposium: Konflikte – vom Wissen zum Wirken

Klaus Eidenschink

Gunther Schmidt
Was man gängigerweise über Konflikte – seelische wie soziale - zu wissen glaubt, ist dass man sie lösen sollte und sie ein Problem darstellen. Aber wieso gibt es so verlässlich Konflikte, wo sie doch (angeblich) keiner will und mag und alle sich lieber lieb haben wollen? Wieso hat man Konflikte mit sich, wo doch jeder (angeblich) lieber eins mit sich selbst sein will?
Wir wollen dazu Thesen vorstellen, in denen
- Konflikte als Lösung (für was auch immer) und als Anlass zu neuen Regulationsformen verstanden werden.
- Soziale Konflikte als autopoetische Systeme begriffen werden, die Ordnung und Musterwechsel bearbeiten.
- Die einseitige Bevorzugung von Konsens als Problem markiert wird.
- Innere Konflikte als Aspekt der Selbstregulation begriffen werden.
- Je nachdem, als welche Realität „Konflikte“ konstruiert werden, dies zu spezifischen ungünstigen Erlebnis-Prozessen führen kann („Konflikt-Trance“), die aber konstruktiv umgestaltet werden können.
- Soziale Konflikte wertvolle bleibende Unterschiede repräsentieren, die durch spezifische Regelungen zu Synergie für kreative Lernprozesse, Kontextflexibilität und Innovation genutzt werden können.
- Soziale Konflikte für Beteiligte bewusst und unbewusst sehr attraktiv sein können als Beziehungen gestaltende Kompetenz.
- Innere Konflikte bewertet und genutzt werden können als Komplexitäts-Kompetenz für optimale Entwicklung systemischer bezogener Individuation.
- Innere und soziale Konflikte erst die entscheidende, notwendige Basis für gelingende demokratische Prozesse darstellen
Wer so denkt, handelt anders und erzielt andere Wirkungen.
Gunther Schmidt und Klaus Eidenschink werden jeweils in einem 30 minütigen Input ihr Verständnis von Konflikten vorstellen. Auf dieser Basis werden wir dann Konfliktfälle von Teilnehmer:innen besprechen und supervidieren. D.h. jemand stellt einen Konfliktfall im Plenum vor. Anschließend ist kurz Zeit, dass jede:r im Plenum mit ein paar anderen sich überlegt, welche Bedeutung der Konflikt haben könnte und wie man diese Prozesse nutzen könnte. Dann kommentieren Klaus wie Gunther den Fall und wir diskutieren die Unterschiede und Gemeinsamkeiten beiden Perspektiven - ergänzt durch Inputs aus dem Plenum. Konsequenzen für Beratung und Mediation werden verständlich gemacht.
So kann jede:r das Bilden von Hypothesen live verfolgen und den Weg vom Wissen zum Wirken rekonstruieren.
Wer gern einen Fall vorstellen möchte, kann im Vorfeld mit Klaus Eidenschink oder Gunther Schmidt Kontakt unter der Emailadresse